Seismometernetzwerk

Der Erdboden unter unseren Füßen ist weder still noch statisch. Er ist in Bewegung, zu jedem Zeitpunkt und in alle Richtungen.
Meistens sind diese Bewegungen allerdings so schwach, dass sie von Menschen nicht wahrgenommen werden. Nur sehr empfindliche Messinstrumente können die Bodenunruhe registrieren und aufzeichnen.
Diese sogenannten Seismometer erfassen auch die kleinsten Bewegungen. Sehr frühe Seismometer konnten nur sehr starke Bodenbewegungen von nahen Erdbeben registrieren. Die Bezeichnung Seismometer stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Erschütterungsmesser. Mit modernen Geräten kann beispielsweise die Meeresbrandung von Ost- und Nordsee sowie vom Atlantischen Ozean bei Messungen mitten in Deutschland sichtbar gemacht werden. Gleiches gilt für Erdbewegungen, die ihren Ursprung in wenigen hundert Metern oder aber bis über zwanzig Kilometern Tiefe haben.
Ermöglicht wurde dies durch die kontinuierliche Verbesserung der Seismometer und durch den Einbau hochmoderner Regelungselektronik.

Kurzperiodische Seismometer sind beispielsweise besonders für die Messung lokaler und regionaler Erdbewegungen geeignet. Die Geräte haben in etwa die Größe einer Schuhschachtel.
Das stabile Gehäuse ist fest mit der Erdoberfläche verbunden, und im Inneren des Instruments befindet sich eine kleine Masse, welche wiederum über eine Feder mit dem Gehäuse zusammenhängt. Wenn sich nun die Erdoberfläche bewegt, so folgt das Gehäuse dieser Bewegung ohne Verzögerung, die gefederte Masse hingegen folgt erst leicht verspätet. Der Unterschied der Bewegungen von Gehäuse und gefederter Masse ist der eigentliche Messwert. Weitere Bestandteile sind eine Batterie und ein Transformator, der die Schwingungen in Daten umwandelt, sowie ein Schreiber, der die Daten aufzeichnet.

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Die Bodenbewegungen im Raum Wiesbaden werden seit Mitte 2014 gemessen und analysiert. Hierzu sind fünf Seismometer im Betrieb, welche ringförmig verteilt wurden. Die Standorte der Seismometer innerhalb des Messgebietes wurden so ausgewählt, dass Störeinflüsse (z.B. Verkehr) reduziert werden und die Messinstrumente optimal arbeiten können.
Das Seismometernetzwerk liefert kontinuierlich Daten aus dem Untergrund. Im gesamten bisherigen Betriebszeitraum wurden so bereits wertvolle Hinweise zu den natürlichen Bodenbewegungen aufgezeichnet und lokalisiert.

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Die ermittelten Quellen und die Stärken (sog. Magnituden) der Ereignisse sind in der nachstehenden Übersichtskarte dargestellt. Die einzelnen Daten zu den jeweiligen Bewegungen können im PDF nachgelesen werden, welches sich unter der Karte befindet.
Das Seismometernetzwerk der Projektpartner ergänzt das Netzwerk des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HNUG), welches die Seismizität in ganz Hessen überwacht.

Seismometernetzwerk

 

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